KÖLN — Als sich die dänischen Fans vor der Kölnarena noch auf die anstehende Partie gegen die Slowakei einstimmten, betraten die beiden Mannschaften das Eis zum Warm-Up. Nach nur 65 Sekunden traf Peter Regin zum 1:0 für Dänemark. Die slowakische Verteidigung ließ Regin zu viel Freiraum, sodass dieser ungehindert zum Schuss kommen konnte. Ich dachte zunächst, dass er nur den Pfosten getroffen hatte. Die Schiedsrichter konsultierten zur Sicherheit den Videobeweis und entschieden schließlich auf Tor.

Kurz danach spielte Dänemark doppelte Überzahl, denn mit Tomas Tatar und Tomas Starosta saßen zwei Slowaken auf der Strafbank. Kurz vor Ablauf der ersten Strafzeit traf Philip Larsen zum 2:0. Und nur 20 Sekunden später erhöhte der Iserlohner Mads Christensen auf 3:0 – ebenfalls noch in Überzahl. Nach nur 280 Sekunden war der Arbeitstag von Peter Budaj bereits beendet. Coach Glen Hanlon reagierte nach dem dritten Gegentor und ersetzte Budaj durch Rastislav Stana.

In der 11. Minute schoss Dänemark schließlich das 4:0. Richard Panik saß zu dem Zeitpunkt in der Kühlbox. 89 Sekunden später traf Morten Green zum 5:0. Glen Hanlon wirkte ratlos. Der wusste gar nicht, was ihn da gerade getroffen hatte. Weitere 81 Sekunden später erhöhte Stefan Lassen mit einem satten Schuss von der blauen Linie auf 6:0. Unglaublich! Die Dänen zerstörten die Slowaken bereits im ersten Drittel. Die Slowakei schoss nur drei (!) Mal auf das gegnerische Tor.

Ab dem zweiten Drittel begannen dann auch die Slowaken Eishockey zu spielen. Sie erarbeiteten sich einige gute Chancen und schossen den Puck nun öfter auf das dänische Tor. Aber Patrick Galbraith und eine Portion Gück (auf dänischer Seite) verhinderten den Anschlusstreffer.

Zehn Minuten vor Schluss verließen die etwa 120 dänischen Fans ihre Plätze, um eine Polonäse durch das Stadion zu machen. Als die Schlange plötzlich von einem Mitarbeiter der Kölnarena gestoppt wurde, erntete dieser wütende Pfiffe von den 4.442 Zuschauern. Kurz danach ließ man die Fans aber passieren, woraufhin Jubel ausbrach. Nach einer Runde durch die Arena kehrten die Dänen wieder in ihren Block zurück, wo die Party weiterging. Das Spiel wurde zur Nebensache. Dänemark schlug die Slowakei 6:0.

Am Abend trafen Finnland und Weißrussland aufeinander. Auch bei diesem Spiel waren nicht besonders viele Zuschauer. Wir sahen ein umkämpftes, schnelles Spiel, in dem Finnland die bessere Mannschaft war. Die Finnen hatten im ersten Drittel mehrere gute Möglichkeiten, um zu einem Torerfolg zu kommen. Eine Führung für die Suomi wäre mehr als verdient gewesen, aber der Puck wollte nicht so recht ins Tor. Erst in der 28. Minute gingen die Finnen durch Jarkko Immonen in Front. Juha-Pekka Hytonen sorgte wenige Minuten später für das 2:0.

In der 36. Minute blieb der Weißrusse Kiril Gotovets nach einem harten Bandencheck verletzt auf dem Eis liegen. Zunächst sah es so aus, als hätte er den harten Check von Oskar Osala weggesteckt. Doch dann ging er plötzlich zu Boden. Warum dann lautstark gepfiffen wurde, kann ich nicht verstehen. Denn es war offensichtlich, dass Gotovets nicht schauspielerte, sondern verletzt war. Der Hauptschiedsrichter, der in seiner Nähe war, beorderte sofort die Sanitäter auf das Eis. Gotovets konnte das Eis nicht auf eigenen Füßen verlassen und musste auf einer Trage abtransportiert werden. Er wurde mit Verdacht auf Gehirnerschütterung in ein Krankenhaus gebracht.

Die 5.273 Zuschauer sahen ein Schlussdrittel, in dem nicht mehr viel passierte. Ein finnischer Fan war sieben Minuten vor Spielende bereits fest am schlafen. Er saß auf seinem Platz und ließ sich nicht mal von den immer lauter werdenden Fans, die ihn auf dem Videowürfel sahen, aufwecken. Viel verpasst hat er nicht. Finnland gewann 2:0.

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