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Wie die erste große Liebe

Jetzt ist es also aus. Aus und vorbei. Die Frankfurt Lions sind Geschichte. Der Meister von 2004 akzeptiert den Lizenzentzug seitens der DEL und geht damit dem sicheren Tod durch Konkurs entgegen. Ein harter Schlag für das Eishockey in Frankfurt. Ein noch viel härter Schlag für die Fans. Fans wie ich einer bin. Durch und durch ein Löwe – seit 1998! Viel ist seit meinem ersten Eishockey-Spiel damals passiert. Zusammen mit “meinen” Löwen habe ich viel erlebt. Und das soll jetzt alles vorbei sein?

Der Kopf ist leer. Wie am Mittwoch als der Lizenzentzug bekannt wurde. Doch da gab es immerhin noch einen kleinen Funken Hoffnung! Hoffnung, dass dieser Alptraum ein gutes Ende findet. Doch heute bin ich aufgewacht und der Alptraum wurde Realität: Die Lions sind raus. Und werden damit bald Geschichte sein.

Denn ein Neuanfang, auf den ich so sehr hoffte, ist von Seiten der Verantwortlichen nicht geplant. So bleibe ich – wie alle anderen Lions-Fans -, ohne das große Ganze zu verstehen, trauernd zurück. Was uns bleibt, sind die Erinnerungen an wirklich schöne Momente – die großen (Meisterschaft) und die kleinen (“Sind hier Berliner…?”).

Wie bei der ersten großen Liebe, die einen plötzlich und ohne Vorwarnung verlässt. Genauso hat es uns erwischt. Genauso fühlt es sich an! Hilflos! Machtlos! Chancenlos! Einfach leer!

Auch wenn man sie sich Tausend Mal stellt: Die Frage nach dem Warum, sie bleibt ohne Antwort. Und so mischt sich in die Trauer dann auch Wut. Wut auf die, die mehr Macht hatten. Die Macht der Entscheidung, die Macht des Geldes, die Macht des Wollens. Am letzteren wären echte Löwen niemals gescheitert!

Außenstehenden, die keinem Sportverein eine solche Leidenschaft entgegenbringen (können), erscheint meine Reaktion amüsant (um nicht zu sagen lächerlich). Schließlich wurde ich ja nicht von meiner ersten großen Liebe verlassen. Und das ist es, was nervt. Es nervt, dass sie keinerlei Verständnis haben – für das, was ich jetzt fühle. Sie erkennen nicht, was der Klub (mir) wirklich bedeutet!

Die Frankfurt Lions sind für mich mehr als nur ein Eishockey-Team. Es ist ein Team, das mir Freude bereitete, mich stolz machte, mit dem ich mich identifizieren konnte. Die Eissporthalle war eine kleine Welt, in die man sich zurückziehen konnte. Dort waren alle Sorgen vergessen, und nach dem Spiel war man wieder positiv aufgeladen. “Löwen geben niemals auf” war und wird auch in Zukunft einer meiner Leitsprüche sein! Schade, dass sie diesmal den Kampf zu früh aufgaben.

Die Frankfurt Lions sind für mich ein Paket an schönen, traurigen, spannenden, enttäuschenden, lustigen und herhabenden Erlebnissen und Erinnerungen. Sie werden in meinem Herzen weiterleben.

So wie die Erinnerungen an meine erste große Liebe, die vielleicht wirklich die Frankfurt Lions waren!

Für die schönen Zeiten danke ich Euch!

In Liebe, Stefan

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  1. avatar

    Nomi

    Ich hab tränen in denn Augen.
    Diese Gedanken kenne wir in Nürnberg. Zwischen endgültiger Pleite und doch Rettung mit einen Unterschied wir hatten Glück. Aber dazwischen war so als ware ein enges Familienmitgleid gestroben.

    Ich weiss noch wie vor dem Schrank stand und meine Trikots hingen alle fein sauberlich auf dem Bügel und ich Fragte mich das all das was man mit seinen Team erlebt hat einfach so vorbei ist?
    Erst in solchen Momenten merkt man eigentlich wie sehr man denn Verein hangt, wie sehr man die Spieler ins Herz geschlossen hat. Und das erste was ich gemacht habe meine Tigers bettwäsche aus dem Schrank geholt und aufgezogen. Ich wollte irgendwie bei denn Jungs sein. Eigentlich verrückt aber das war mir egal.

    Und dann die Wut das sich keiner dem Eishockey annimmt, das keiner helfen wollte die Geld haben, und dem Großen Nachbarn den Club rennen die Sponsoren hinter. Das wollte nicht in meinen Kopf ich war Sauer auf Alle die irgendwie Geld hatten und hatte Helfen können.

    Es tut mir soooo unendlich Leid für euch

    Jetzt schlafen? ich brauch jetzt erst mal ein großen Tachentuch *schnief*

  2. avatar

    Zornbie

    Es tut mir leid! Es kommt mir fast vor wie ein Kondolenzschreiben. Ich bin zwar kein Löwe, werde aber die Derbys in Mannheim vermissen. Ich bedauere es das die Resignation Einzug gehalten hat, bei den Verantwortlichen. Die Lions währen mir lieber wie die Huskies die sich durch die Weltgeschichte klagen.
    Ich hoffe ihr kommt drüber weg. Tut mir leid für alle Löwenfans!

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    Sven

    Es ist die falsche Einstellung. Kaum ein Eishockeyclub in Deutschland kann eigenständig überleben, keiner ohne entsprechende Unterstützer. Unter diesem Damoklesschwert steht diese Sportart nun einmal und darunter steht jederzeit jeder einzelne Club.

    Wenn man dieser Sportart und einem Club verfallen ist, dann heißt das, dass man stets um das Überleben des Clubs kämpfen muss. Wenn zu wenig Fans in die Halle kommen, muss man kämpfen und mehr Menschen in die Halle bringen. Wenn unfähige Menschen dem Club vorstehen, muss man kämpfen, bis diese wieder fort sind. Und wenn der Club es nicht schafft, dann muss man kämpfen, dass sein Nachfolger eine starke Rolle spielt.

    Den Kopf in den Sand stecken und in Selbstmitleid ertriken hilft nicht. In Frankfurt gibt es Eishockey und sogar Lions-nahes Eishockey. Wo also ist das Problem? Ärmel hochkrempeln und die YL so unterstützen, dass sie den neuen Herausforderungen auch personell gut gerüstet entgegensehen können.

    DAS ist der deutsche Eishockey-Spirit.

  4. avatar

    @Nomi und Zornbie: Vielen Dank für Eure Mitgefühl. Wirklich keine leichte Zeit für Lions-Fans.

    @Sven: Du hast Recht. Klar geht es weiter, und mit den Young Lions ist wirklich eine Alternative da, mit der wir unser Frankfurter Eishockey weiter unterstützen können. Aber gestern (und vielleicht auch noch die nächsten Tage) werden “Trauertage” sein. Diese sollte man uns zu gestehen.

    Danach schauen wir auch wieder nach vorne. Am 10. Oktober ist das erste Heimspiel der Young Lions – gegen Iserlohn. Und 7000 Zuschauer in der Regionalliga hat doch auch was… ;) Darauf kann man sich schon wieder freuen!

  5. avatar

    Huskies Fan

    Hallo!
    Es tut mir wirklich sehr Leid für die Fans der Frankfurt Lions :(

    Es wird keine Hessenderbys mehr geben.
    Keine Lions Fans, die wir Kassler beschimpfen können.
    Nicht mehr nach jeden Tor rufen “Scheiß Frankfurt Lions” (was wir bestimmt trotzdem weiterhin behalten werden)
    Keine Auswärtsfahrten in eure viel zu warme Eishalle mit den lustigen Security Leute, die man so lustig fertig machen kann. :D
    Und die Spiele wo Josh Langfeld zu feige war gegen Manu Klinge aufs Eis zu gehen. :)

    DANKE FRANKFURT LIONS!

  6. avatar

    Frankfurt ist echt ein Verlust, wie es andere Teams nie sein werden. Und was wird aus Rich Chernomaz, DEL ohne Axt??

  7. avatar

    @Stefan Cherno geht wohl nach Schwenningen, wie man hört.

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