Canucks-Fans entschuldigen sich
Foto: United Way of the Lower Mainland

Ich bin immer noch entsetzt über die Szenen, die sich nach dem Stanley-Cup-Finale in Vancouver Downtown abgespielt haben. Rund drei Stunden wütete der Mob nach der Niederlage in der Innenstadt, verwüstete dabei mehr als 50 Geschäfte. 150 Personen verletzten sich, 15 Autos wurden völlig zerstört – darunter auch zwei Polizei-Autos.

Eine schreckliche Bilanz, die im Zusammenhang mit einem Eishockey-Spiel (das auch noch Spiel 7 des Stanley-Cup-Finales war!) nur noch fassungsloser macht. Von Party weit und breit keine Spur. Gut, die Canucks haben verloren. Doch ist in verschiedenen Medien zu lesen, dass die “Vancouver Riots” so oder so ausgebrochen wären.

Sieht man sich die verschiedenen Augenzeugenvideos auf Youtube und Co. an, kommt man aus dem Staunen nicht mehr raus. Und das meine ich nicht im positiven Sinne. Die Zerstörung von fremden und öffentlichen Eigentum wird zum Happening. Jeder kann mitmachen. Und fast jeder macht auch mit.

Als einzelner diese Massenbewegung zu stoppen, ist unmöglich. Doch einige haben ihre Stimme trotzdem erhoben wie dieser Mann. Traurig macht, dass ihm keiner zur Seite springt und ihn unterstützt:

Erst im Nachhinein stellt sich scheinbar die ganze Stadt gegen die Randerlierer. Auf Facebook gibt es inzwischen eine Vielzahl von Gruppen, die mithilfe von Fotos und dem Netzwerkgedanken versuchen, die Rioters zu identifizieren. Die Polizei unterstützt dieses Vorhaben mit dem Aufruf, ihr Bilder und Videos zu schicken.

Zusammen kommen die beiden oben verlinkten Seiten schon auf 100.000 Mitglieder, die – schaut man sich die verschiedenen Einträge genauer an – auch schon einige Personen auf eingestellten Fotos identifizieren konnten. Teilweise machen es die Täter einem auch sehr einfach. Prahlen sie doch groß mit ihren Taten auf ihrer Pinnwand.

Hoffentlich bekommt jeder auch wirklich seine gerechte Strafe!

Make Love Not Riot

Die perfekte Überschrift für dieses Foto:

Break-Away.de Eishockey-Blog über das Stanley-Cup-Finale
Foto: Rich Lam

Doch ist dieses Bild nur eine Momentaufnahme. Eine Sekunde, die die wahre Geschichte von Scott Jones und Alexandra Thomas ausblendet. Denn Alexandra wurde kurz vorher verletzt und fiel auf die Straße. Ihr Freund Scott legte sich daneben und versuchte die verletzte Kanadierin mit einem Kuss zu beruhigen. So schön die Idee “Make Love Not Riot” ist, so unschön ist manchmal die Wahrheit.

Es war nicht das einzige Bild dieses Abends. Viele Aufnahmen machten die Runde. Wir haben ein paar rausgesucht und möchten sie Euch hier kommentarlos zeigen. Denn Vancouver kann auch anders. Besser als Randale!

Free Hugs mit dem Bürgermeister von Vancouver
Foto: kris krüg


Foto: Graham Ballantyne

Danksagungen an die Polizei von Vancouver
Foto: Graham Ballantyne

Canucks-Fans entschuldigen sich.
Foto: Graham Ballantyne

Rauchwolken über Vancouver
(via Facebook)

Rauchwolken über Vancouver
Foto: Matthew Grapengieser

So wahr:


(via Facebook)

Randerlier sind keine Eishockey-Fans
Foto: kris krüg

We love our city
Foto: kris krüg

Vancouver räumt auf

Am Tag nach den Krawallen zeigte sich Vancity von einer ganz anderen Seite. Die wahren Fans der Stadt kamen, um aufzuräumen. Mit Besen, Schaufeln und anderen Gerätschaften bewaffnet, machten sich viele fleißige Bürger auf und beseitigten die Spuren der Randale!

Lord Stanley wäre hier sicher stolz auf die Stadt gewesen.

Lord Stanley would be proud of us all

Foto: Graham Ballantyne

Auf Facebook hat Andy Fang eine wunderbare Fotoserie von dieser Aufräumaktion veröffentlicht. Mit “The Real Face of Vancouver” versucht er seine Stadt wieder ins rechte, ins richtige Licht zurücken.

Bei mir hat er es geschafft!

Vancouver räumt nach den Krawallen gemeinsam auf
Foto: Andy Fang

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