Stadion-Check

Stadion-Check: Saturn-Arena, Ingolstadt

In unserer losen Serie “Stadion-Check” bewerten und beschreiben wir Eishockey-Stadien in Deutschland. So könnt Ihr Euch schon im Vorfeld Eurer Auswärtsfahrt über die Halle, in der Euer Verein zu Gast sein wird, informieren. Natürlich könnt Ihr uns Eure ganz persönliche Meinung zu dieser Halle in die Kommentare schreiben.

Unser erster Besuch in der Ingolstädter Saturn-Arena musste einen Sieg bringen. So war zumindest die sportliche Ausgangslage, als wir nach Oberbayern kamen. Die Lions lagen vor dem vierten Viertelfinalspiel in der Serie mit 1:2 zurück. Ein Sieg war also Pflicht für dieses Spiel. Denn die Saison sollte nicht hier und nicht heute ihr Ende finden! Doch die 4.800 Zuschauer in der ausverkauften Halle sahen einen Sieg der Heimmannschaft. Der ERC Ingolstadt behielt die Nerven und verwandelte den Matchball.

Runter gekühlt auf 11° C

Gut drei Stunden vorher bog unser Bus auf die Südliche Ringstraße in Ingolstadt und die Halle lag links vor uns. Von außen versprüht die Arena Ingolstadt mit ihrem geschwungenen Dach ein wenig Lagerhallencharme, der im Eingangsbereich allenfalls von den alten Erinnerungen an Handballturniere in der eigenen Jugend abgelöst wird. Erst als man in den Areneninnenbereich gelangt, stellt sich ein Aha-Erlebnis ein.

Klein und modern erstrahlt das Eisstadion im Lichte des Videowürfels über dem Mittelkreis. Die Anzeige ist vollkommen ausreichend für die Größe der Halle und präsentiert kleine Einspieler, in denen die ERC-Spieler auf “Einkaufstipps” hinweisen.

Vor dem Spiel verrät die Temperaturanzeige: angenehme 11° C herrschen im Halleninneren, bei denen sich eine leichte Jacke unter dem Fantrikot empfiehlt. Doch am Ende eines (Playoff-)Spiels können 20° C schon erreicht werden. So zumindest bei unserem Gastspiel in Ingolstadt.

Hunger und Durst stellen sich ein. Der Bierstand, an dem auch feste Nahrung verkauft wird, befindet sich ganz in der Nähe des Gästeblocks N, hinten in der linken Ecke. Er macht den Anschein, dem Ansturm in den Drittelpausen nicht gewachsen zu sein. Erst recht, weil dort auch die Pfandrückgabe ist.

Ostern: Vor der Saturn-Arena In der Saturn-Arena: Gästeblock N In der Saturn-Arena: Blick auf das Eis

Macht’s einfacher: Bier auf bayrisch bestellen

Doch das Weizen (von Herrnbräu) konnte man relativ zügig bestellen. Und auch der Preis für einen halben Liter ist fair: 3 Euro kostet das Bier, genauso wie ein Helles (von Nordbräu) oder auch eine Cola. Auch beim Essen wird der Fan-Geldbeutel nicht überstrapaziert: “Würstl im Semmel” gibt’s für 2,50 Euro. Für den Leberkäs muss man 2 Euro bezahlen. Allerdings war der schon in der zweiten Drittelpause ausverkauft.

Geschmacklich waren die Bratwürste jetzt nicht der Hit. Aber besser als der halbe Meter Wurst in der Kölnarena war’s allemal.

Wichtig zu erwähnen sei an dieser Stelle noch: ein paar Grundkenntnisse der bayrischen Sprache sind von Vorteil und beschleunigen den Kaufvorgang.

Wer im Übrigen auf seinen Pfand verzichten möchte, kann den Ingolstädter Eishockey-Nachwuchs unterstützen. Dazu muss man einfach seinen Becher an einer der vielen Sammelstellen abgeben. Wir haben an diesem Tag auf unsere 2 Euro bestanden. Die kriegen dann die Young Lions in der nächsten Saison…

Zurück im Block hat man eine gute Sicht auf die Eisfläche. Direkt hinter dem Torwart des ERC waren die Frankfurter Gäste gruppiert. Ob das bei jedem Ligaspiel so ist, weiß ich nicht. Wenn ja, kann ich mir aber bei der Größe des Block N gut vorstellen, wie ein großes Loch in den Zuschauerreihen entsteht, wenn z.B. Freezers-Fans die weite Anreise zu einem normalen Hauptrundenspiel im Oktober oder so scheuen.

Eingerahmt werden die Gästefans in jedem Fall von zwei Stehblöcken der Panther-Fans, die sich links und rechts in der Kurve positioniert haben. Auf der anderen Seite des Eises steht dann der harte Kern der ERC-Anhänger.

Mit ihrem Capo, dem Megaphon-Mann am unteren Rand des Blocks, können die Fans so schnell sämtliche Gespräche in der Halle übertönen. Doch beim zwischenzeitlichen 0:2-Rückstand der Panther waren es dann die gut 200 bis 300 Frankfurter Fans, die die stimmliche Oberhand in der Saturn-Arena hatten.

Zum Abkühlen in die Nebenhalle

Schon nach dem ersten Drittel ist es warm in der Halle. Meine Jacke hatte ich schon längst ausgezogen. Gut, dass man sich in der Drittelpause in der Nebenhalle der Arena ein bißchen abkühlen kann. Direkt neben der Sportsbar gibt es nämlich eine weitere Eisfäche, die wohl als Trainingshalle der Panther genutzt wird.

Nach 68 Minuten war unser Besuch dann vorbei. Matt Hussey schoss die Frankfurt Lions und damit auch uns in die Sommerpause. Und so ging es nicht mit den besten Gefühlen zurück zum Bus…

Alles in allem ist die Saturn-Arena in Ingolstadt eine kleine, nette Halle, die im Umlauf ein bißchen mehr Charme haben könnte. So würde man heute einen Friedrichspark oder ein Colonel-Knight-Stadion bauen…

Unsere Wertung

Abzüge in der Wertung gibt es u.a. für den viel zu frühen Ausverkauf der kulinarischen Spezialitäten des Hauses, wie den Leberkäs oder die Fleischpflanzerl (hätte wenigstens das Bier für drei, vier Verlängerungen gereicht?) und den fehlenden Rundgang, der zu solchen Hallen eigentlich schon eine Pflichtveranstaltung für Auswärtsfans ist.

PS: Sehr nett war die Polizei. Wir wurden freundlich empfangen, die Straße wurde sogar zwischenzeitlich für uns gesperrt und sprechen konnte man mit den Herrschaften auch ganz gut.


Anfahrt
Die Anfahrt mit dem Auto oder Bus erfolgt von der Autobahn A3 kommend über die Manchinger Straße. Parken kann man direkt vor der Halle.

Adresse
Saturn-Arena, Südliche Ringstraße 64, 85053 Ingolstadt


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  1. avatar

    allgaeuer

    Hej, ich will sowas auch für das CFS, aber bitte Anfang Januar und wenn es noch offen ist!!! :-) Danke und Grüße!

  2. avatar

    Kirsten

    Puhhh… ich hab doch im CFS schon Mitte Oktober kalte Füße bekommen ;)

    Aber den Stadion-Check find ich eine tolle Idee! Würde mir vielleicht noch eine ausführlichere Beschreibung der Park-Situation (Anzahl, Gebühren?) wünschen. Ansonsten super! :)

  3. avatar

    @allgauer: Das mit CFS wird wohl in dieser Saison leider nichts mehr. Da hätten sich die Löwen ein bißchen mehr anstrengen müssen… ;)

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