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Es ist die letzte Saison am Berliner Platz. Dann soll das alte Eisstadion von 1958 abgerissen werden. Der Neubau auf der anderen Seite des Stadtparks von Kaufbeuren ist schon im Bau. Im September 2017 soll dort der ESV Kaufbeuren einziehen.

Also durfte ich nicht mehr lange warten – auf ins Allgäu in die alte SparkassenArena. Die Heimstätte des ESV Kaufbeuren ist eine dieser alten, ehrwürdigen Hallen, die schon so viel erlebt haben. Viele Bundesliga-Spiele, drei DEL-Jahre mit der Insolvenz der Adler, unzählige Jugendspieler … Ein Eisstadion, das sich jeder Eventisierung entzieht, den Charme einer vergangenen Zeit versprüht.

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Über den einzigen Eingang direkt am Berliner Platz – der eigentlich nur ein Parkplatz ist – kommt man auf das Gelände der Halle. Das alte Kassenhäuschen mit dem Vereinslogo, das schon ziemlich in die Jahre gekommen ist, und die verschiedenen Buden für Würstchen, Bier und Fan-Artikel begrüßen den Fan. Dahinter ist das Stadiongebäude mit VIP-Bereich und Hockeyshop.

Gästefans nehmen den linken Treppenaufgang und kommen dort direkt in den Gästeblock, der oberhalb des Rundgangs ein Stehbereich ist. Unterhalb des Umlaufs sind die Sitzplätze. Die Ränge legen sich wie ein U um das Eis. Man ist sehr nah dran, auch wenn man auf den Stehrängen einen der hinteren Plätze wählt.

Vor dem Spiel gibt es natürlich die obligatorische Stadionwurst (2,90 Euro). Keine klassische Bratwurst, wie ich sie erwartet hatte, sondern eine rote Bratwurst, die ein bisschen an die Frankfurter Rindswurst erinnert. Auch lecker waren die Krautspatzen (Spätzle, wie sind ja immer noch in Schwaben, gemischt mit Sauerkraut und Speck). Eine sehr gute Alternative zur Wurst und ideal für den großen Hunger.

Das Bier kommt von Sponsor der Aktienbrauerei Kaufbeuren, schmeckt lecker. Auch jemanden, der sich lieber für einen Ebbelwoi entscheidet. 0,4 l kosten 2,80 Euro, die Cola gibt es für 2,50 Euro. Da das Stadion an der Kopfseite offen ist, entsprechen die Temperaturen in der Halle höchstens den Außentemperaturen. Folgerichtig gibt es für 2,80 Euro auch einen Glühwein (oder als alkoholfreie Variante einen Kinderpunsch). In Frankfurt braucht man sowas nicht!

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Während des Spiel laufen über zwei Leinwände, die direkt über dem Eis hängen, eine Menge Informationen und Werbebotschaften. Für die Gästemannschaft wird jeder Spieler mit Foto einzeln vorgestellt, und der Fans sieht auf der Tafel die aktuellen Zwischenstände der anderen DEL2-Standorte. Musikalisch ist man in Kaufbeuren eher zurückhaltend. In den Unterbrechungen wurde beim Gastspiel der Löwen Frankfurt wenig bis gar keine Musik eingespielt. Der heimische Torsong ist eine ESVK-Eigenkreation. So ist eben das gute Old-School-Hockey!

Die Halle ist in ihrer letzten Saison. Wer in der Nähe ist, sollte einen Abstecher dorthin machen oder vielleicht noch mal einen Auswärtstrip seines Vereins nach Kaufbeuren mitmachen.

In der Bewertung schlägt sich die SparkassenArena nicht schlecht. Die Auswahl an Getränken ist gut, das Essen war lecker. Neben der besagten Stadionwurst gab es an einem Stand vor der Halle auch noch Döner und weitere Leckereien. Die Sicht war vom Stehplatz gut, auf den Sitzplätzen schien sie mir etwas eingeschränkt. Für den Kultfaktor gibt es auf jeden Fall einen Extrapunkt.

4 von 5 Sterne

SparkassenArena
Berliner Platz 10
87600 Kaufbeuren

Kapazität: 2.600 Zuschauer, davon 740 Sitzplätze

Die Arena bei Wikipedia

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