Mannschaftskabine

[Update] Offener Brief: Datenschutz mangelhaft

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(Man hat zwischenzeitlich auf meine E-Mail geantwortet. Der Text steht am Ende dieses Artikels unten.)

Nachdem ich von der Eishockey NEWS eine Werbe-E-Mail mit einem für alle einsehbaren Verteiler mit über 420 E-Mail-Adressen erhalten habe, schickte ich diesen Text als Antwort zurück:

Von: Stefan Kipple
An: Robert Sprenger (Eishockey NEWS)

Sehr geehrter Herr Sprenger,
liebe Redaktion der Eishockey NEWS,

letzte Woche landete unten stehende E-Mail von Ihnen in meinem Postfach. Meine Adresse haben Sie, weil ich ein Online-Abonnement für Ihre Website abgeschlossen hatte. Das muss man jetzt ja, um weiter Nachrichten aus Ihrer Redaktion lesen zu können. Das ist soweit ja auch ok.

Doch leider hatte die E-Mail gar nichts mit einem Abonnement zu tun. Sie war zwar als „kleines Dankeschön“ für das von mir abgeschlossene Web-Abo getarnt, aber letztlich doch eine klassische Werbe-E-Mail: „20 Euro Gutschein für Schweden-Reise im Februar 2016“ lautete der Betreff. Ein Wunder, dass ich die Mail nicht direkt in den Papierkorb gewischt hatte.

Trotz des Spam-verdächtige Titel öffnete ich die Nachricht, um zu sehen, was das deutsche Eishockey-Fachblatt mir schreibt. Doch zu meiner großen Überraschung sah ich statt des E-Mail-Textes erstmal eine nicht enden wollende Empfängerzeile: hier standen 426 (!) weitere Abonnenten (?) des Web-Abos, die diese Werbe-Mail ebenfalls erhielten. Mir blieb das Lachen im Halse stecken!

In Zeiten, in denen der Datenschutz in aller Munde ist, kann doch so etwas nicht sein!

Ich war geneigt, Ihnen direkt zu antworten. Doch ich wollte zunächst abwarten, ob Sie vielleicht auf Ihren Fehler in irgendeiner Form reagieren. Bis heute ist da aber leider nichts geschehen. Also schreibe ich Ihnen heute, und ich möchte mich hiermit über die Art und Weise Ihrer Werbekommunikation beschweren! Ich hoffe, dass alle anderen 426 Empfänger und alle anderen, die diesen E-Mail-Header auch noch erhalten haben, wie ich die Daten nicht missbrauchen und für andere Zwecke einsetzen werden.

Der Vorfall hat mir gezeigt, dass meine Ihnen anvertrauten Daten nicht sicher sind! Daher kündige ich hiermit mein Web-Abo zum Ende der aktuellen Laufzeit. Darüber hinaus bitte ich Sie, mir keine weitere Werbe-E-Mails zu zuschicken und nach Beendigung unseres Vertragsverhältnisses meine Daten zu löschen.

Mit freundlichen Grüßen
Stefan Kipple

PS: Richten Sie Ihrem Werbepartner bitte aus, dass ich im Februar 2016 leider nicht nach Schweden reisen kann.

PPS: Dieses Schreiben werde ich auch auf meinem Blog www.break-away.de veröffentlichen.

>> Robert Sprengerhat am 4. November 2015 um 11:04 geschrieben:
>>
>> Lieber Eishockey NEWS Online-User,
>>
>> vielen Dank, dass Sie sich für unser Web-Abo entschieden haben! Als kleines Dankeschön möchten wir Ihnen den angefügten Gutschein über 20 Euro für unsere Sonderreise im Februar 2016 nach Schwedisch Lappland zukommen lassen. Dort wartet auf Sie nicht nur der Besuch des schwedischen Top-Clubs Skelleftea AIK, sondern auch ein attraktives Freizeit- und Wellnessangebot, das von Hundeschlittentouren über Eisangeln bis hin zu einer Eisbrecherfahrt reicht. Mehr Infos dazu unter kontakt@eishockeynews.de oder bei FlyCar.
>>
>> Beste Grüße,
>>
>> ihr Eishockey-NEWS-Team!

Update (12:01 Uhr): Kurz vor der Mittagpause kam die Antwort auf meine Mail von heute morgen. Kurz und knapp, kaum veröffentlichenswert. Aber der Vollständigkeithalber nachfolgend der Text aus der Straubinger Redaktion:

Von: Robert Sprenger (Eishockey NEWS)
An: Stefan Kipple

Hallo Herr Kipple,
leider wurde die Mail von einer “übermotivierten” Praktikantin in unserem Haus über meinen Mail-Account versendet.

Wir können uns nur auf diesem Wege bei Ihnen entschuldigen und hoffen, dass die anderen 425 Eishockeyfans ihre Mailadresse nicht missbrauchen.

mfg. Robert Sprenger
Eishockey NEWS

Es war also die Praktikantin, die sich an den Mailverteiler gesetzt hat. Das könnte, wie D unten in den Kommentaren schreibt, teuer werden.

Eine Bestätigung meiner Kündigung: Fehlanzeige.

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  1. avatar

    Marc

    Wie schwach ist das denn? Sich hinter einer Praktikantin zu verstecken ist schon armselig. Wenn Herr Sprenger jemandem Zugriff auf seinen Mailaccount gibt, dann hat er auch die Verantwortung für das zu tragen, was über diesen Account versendet wird. Alles andere sollte intern geklärt werden.

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