Die NHL stellt sich neu auf. Heute Nacht wurde bekannt, dass sich die beste Eishockey-Liga der Welt ein neues Format verpasst. Mit dem Umzug der Atlanta Thrashers nach Winnipeg im letzten Sommer war das altbekannte Conference- und Division-Modell aus den Fugen geraten. Denn die in Kanada beheimaten Winnipeg Jets spielen in dieser Saison in der Southeast-Division!

Dass sich zur neuen Saison etwas tun würde, war schon im Vorfeld des Treffens des Board of Governors der NHL klar. Doch dass der Schritt so radikal werden würde, kommt dann doch überraschend. Schließlich waren die meisten von einer kleineren Umsortierung der Teams in den verschiedenen Divisonen ausgegangen: Winnipeg sollte demnach in die Central Division rutschen und Detroit bzw. Columbus rüber in die Southeast.

Aus zwei mach vier!

Doch Pustekuchen! Mit vier (!) Conferences wird die NHL in die nächste Saison starten und sich damit neu aufstellen. Im Westen – mit je acht Teams – wie Osten – mit je sieben – wird es zwei Conferences geben. Jeder Klub spielt dabei in jedem Fall gegen jedes andere Team der Liga zwei Mal (einmal zuhause, einmal auswärts). Mannschaften aus der gleichen Conference werden natürlich öfters auf dem Spielplan stehen – bis zu sechs Mal.

“Es ist ein Kompromiss, mit dem alle gut leben können”, sagte Columbus’ GM Scott Howson gegenüber der Presse nach der Bekanntgabe des neuen Modus. Red-Wings-GM Ken Holland fügte hinzu: “Aus unserer Sicht ist diese Aufteilung deutlich besser und attraktiver. Unsere Fans wollen alle Teams in Detroit spielen sehen.”

Die Red Wings waren große Kritiker des alten Systems: als Mitglied der Western Conference, das eigentlich auch gut im Osten hätte spielen können, mussten die Red Wings lange Roadtrips zum Beispiel nach Kalifornien antreten. Für die Fans zuhause bedeutete dies oft bis zu drei Stunden Zeitverschiebung und Spiele spät am Abend. Nun ist dieses Problem gelöst. Detroit spielt demnächst hauptsächlich gegen Mannschaften aus der gleichen Zeitzone (Chicago, Columbus, Dallas, Minnesota, St. Louis, Winnipeg).

Der Stanley Cup wird noch wertvoller

Für die Playoffs qualifizieren sich die ersten vier Teams einer jeden Conference, die untereinander im Ko-System den Einzug in die vierte Runde ausspielen werden. Die vier Conference-Sieger stehen dann im Halbfinale um den Stanley Cup.

Wie genau die vierte Runde aussieht, wird beim nächsten Treffen der GMs besprochen. Fest steht aber jetzt schon, dass die Stanley-Cup-Playoffs eine Runde länger dauern werden als bisher. Möglich ist auch, dass sich die Topteams der Saison schon in der zweiten Runde treffen.

Das neue Format macht es sicher nicht einfacher den Stanley Cup zu holen. Im Gegenteil: mir scheint, dass durch den neuen Modus die Playoffs bereits in der Regular Season noch härter umkämpft sein werden. Und hat man mal den Weg in die Endrunde geschafft, muss man nun fünf anstatt vier Runden überstehen, um den heiligen Gral des Eishockey in die Höhe zu stemmen!

Klare Mehrheit

Die Änderungen wurden ziemlich schnell verabschiedet. Nach einer knappen Stunden entschieden sich die Klubs mit 26:4 Stimmen für das neue Modell.

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