NEW YORK – Es gibt, glaube ich, schlimmere Arbeitsplätze als meiner gerade hier im Moment. Die Sonne scheint mir auf den Rücken während die Winterlandschaft New Jerseys an mir vorbei fliegt. Gut, der Zug Richtung Philadelphia wackelt und vibriert heftig, das Tippen dieser Zeilen fällt extrem schwer. Doch für etwas mehr als eine Stunde Fahrzeit kann man das aushalten.

Neben mir liegt die heutige Ausgabe der New York Post, vom Super-Bowl-Sieg der New York Giants ist auf dem Titel nichts mehr zu lesen. Und auch der Rücktitel wird von neuen Helden dominert: Jeremy Lin, neuer Star der New York Knicks, ist mit einem großen Actionbild zu sehen, und auch die New York Rangers haben ihren Platz bekommen: “Why the Rangers are ready to follow Giants’ title path”.

Die Rangers sind aktuell Tabellenführer in der Atlantic Division und müssen in dieser Saison sicher zu den Favoriten auf den Stanley-Cup-Sieg gezählt werden. Trotzdem sind die Rangers (in diesen Tagen?) nicht DAS Team der Stadt. Mein Eindruck ist, dass Basketball, Baseball und Football (erst recht nach dem Super-Bowl-Sieg) das Stadtbild deutlich stärker dominieren. Die Rangers sind relativ selten sichtbar. Das zeigt, wie ich finde, auch die “Einrichtung” im Madison Square Garden, der Heimat der Rangers. Im Eingangsbereich hängen die Basketballer der Knicks an den Wänden, ihre Farben leuchten an allen Ecken. In anderen Stadien habe ich eine solch “erdrückende” Prominenz der Ballsportler nicht gesehen.

Trotz all dem gehören die Rangers zu New York. Und sie sollen den nächsten Titel in den Big Apple bringen. Die Chancen laut der New York Post stehen dabei sehr gut. Besser als bei allen anderen Teams der Stadt. “The Rangers may skate under the radar through most of the calender, but they have the pedigree that grants them the ability to own this city the way they did when they won (…) in 1994 (…) the Stanley Cup finals”, schreibt die New York Post und setzt die Quote für den nächsten Titel auf 3:1 – der beste Wert der neun New Yorker Profi-Mannschaften.

Die Rangers sind ein gut eingespieltes Team. Keine Frage. Die Harmonie scheint zu stimmen, so wie wir es bei der schönen 24/7-Dokumentation zu den Winter Classics gesehen haben. Warum sollten die Rangers also nicht den Giants auf dem Weg durch den Canyon of Honor folgen?

Bestimmt weil viele andere Teams in der NHL da noch ein Wörtchen mitsprechen möchten. Die Flyers zum Beispiel als härtester Konkurrent in der Atlantic Division. Oder auch die Red Wings als Tabellenführer der Western Conference.

Der Weg zum Stanley Cup ist lang und beschwerlich. Die Quote von 3: 1 ist sicher kein wirklicher Indikator. Denn die Saison beginnt in den Playoffs wieder von vorne.

“Next stop: 30th street, Philadelphia.”

Unterstütze Break-Away.de

Break-Away.de ist ein privates Projekt und finanziert sich aus regelmäßigen finanziellen Beiträgen seiner Leserinnen und Leser. Deswegen kannst Du uns an dieser Stelle über PayPal oder Flattr unterstützen. Vielen Dank!

Spenden mit PayPal

Spenden mit Flattr