Das neue Logo der DEL

Als am Mittwoch die Meldung in mein Postfach flatterte, dass die DEL mit einem neuen Markenauftritt an den Start geht, war ich überrascht. Damit hatte ich nicht gerechnet. Voller Vorfreude lud ich den Anhang herunter. Die JPEG-Datei öffnete sich. Und ich war geschockt. Der erste Blick auf das neue Logo war für mich eine riesige Enttäuschung.

Die, die hier schon länger zuhören und mitlesen, wissen, dass die Themen Eishockey und Design zwei meiner Interessensgebiete sind. Folglich juckt es mir in den Fingern etwas zum neuen Markenauftritt der DEL zu schreiben.

Wie schon erwähnt: ich bin enttäuscht. Denn aus einer Marke wie die der DEL kann man etwas Schöneres machen. Leider haben sich die Chefs in der DEL-Zentrale bei der Wahl des neuen Logos für modischen Schnickschnack entschieden: Verläufe, Spiegelungen, Reflexionen…

Das passt vielleicht zum Zeitgeist. Für mein Empfinden muss gutem Logodesign aber der Zeitgeist völlig egal sein. Gute Logos sind zeitlos! Das hat das alte DEL-Logo sehr gut verkörpert. Auch wenn es in der letzten Version nun auch schon zehn Jahre auf dem Buckel hat, passte das blaue Markenzeichen der Liga immer noch gut in die Gegenwart.

Die Logo-Geschichte der DEL

Blau war überhaupt eine passende Farbe. Neutral, verbindlich und zurückhaltend wirkte das Logo. Nun stürmt die DEL mit ihrem neuen Signet nach vorne. Laut und aggressiv wirkt das Logo mit seinem Feuerrot. Dabei wäre gerade hier doch eine gewisse Zurückhaltung passender. Die Klubs sollten schließlich im Vordergrund stehen, nicht die Liga.

Die in das Logo integrierte Eisfläche ist übrigens nichts Neues. Das Zeichen der Champions Hockey League hatte bereits eine Fläche und auch der Weltverband IIHF hat seinem Markenzeichen die Form eines Eisfeldes gegeben. Die Idee ist schön. Schade nur, dass sich die Kölner Agentur buergerclever sich nicht so genau mit dem Regelbuch befasst hat. Denn das DEL-Logo hat nicht ganz die korrekten Maße der IIHF-Eisflächen.

Ganz neu ist jetzt der Markenclaim, den sich die Liga gegeben hat: “Die eiskalte Leidenschaft” soll die gemeinsame Liebe der Fans und Spieler, der Sponsoren und Funktionäre zum Eishockey unterstreichen. Dass der Claim die Abkürzung DEL auflöst, wirkt ein bisschen an den Haaren herbeigezogen.

Der Slogan der Basketball-Bundesliga ist deutlich spannender. “Spürst Du das Dribbeln?” fragt die BBL ihre Fans und nimmt damit das Thema Leidenschaft subtiler auf. “Die eiskalte Leidenschaft” wirkt nicht nur im Vergleich zum großen Dribbeln der Basketballer langweilig und austauschbar. Der Spruch könnte genauso gut ein neues Magnum-Eis von Langnese bewerben.

Das alte DEL-Logo hat sich zehn Jahre gehalten. Eine gute Zeit, nach der man gerne ein Logo einem Facelift unterziehen darf. Ich hätte mir wahrlich eine behutsamere Überarbeitung gewünscht. Der Puck war früher als solcher klar erkennbar. Heute gleicht er einem Heiligenschein! (Fragt sich nur für wen dieser gedacht ist…)

DEL-Chef Gernot Tripcke sagt: “Wichtig war, grundlegend zu definieren, was den Eishockeysport überhaupt ausmacht.” Ein Puck mit Loch macht diesen Sport aber nicht aus! Gut, das mag überspitzt sein. Doch mit dieser Lösung sind die Kreativen mit ihrem Entwurf letztlich weit weggegangen vom Eishockey. Bei den anderen großen Ligen ist sofort erkennbar, um welchen Sport es geht. Die DEL hingegen gibt sich ein Erkennungszeichen, dass gut und gerne auch zu einer Spedition oder einem Nintendo Spiel gehören könnte.

Wie eine gelungene Weiterentwicklung einer Marke aussehen kann, zeigt die Fußball-Bundesliga. Das aktuelle Logo ist eine konsequente Erneuerung des Vorgänger-Emblems. Auch die BBL blieb dem “Erbgut” des Logos trotz Farbänderung treu, wie die erste Handball-Liga – wenn gleich hier eine deutlich größere Veränderung stattfand.

Logos der anderen Bundesligen

Zu gerne würde ich einmal die anderen Entwürfe sehen, die die Agentur der DEL-Medienkommission präsentierte. Ihr erstes Projekt für die Liga war der Relaunch übrigens nicht. Schon einige Anzeigen und das Schülermagazin “Puckelino” wurden von den Kölnern entwickelt.

Grundsätzlich möchte ich noch betonen: der Vorstoß, der Liga eine erneuerte Markengestalt zu geben, ist nicht verkehrt. Doch dieser Schritt geht in die falsche Richtung. Das zeigen auch die Diskussionen, die rund um den Relaunch nun auf Facebook oder in Blogs und Foren entflammt sind. Eine Veränderung der Marke muss erlaubt sein. Doch das funktioniert nur, wenn sich die Inhalte auch der neuen Marke anpassen. Nur weil die DEL jetzt rot ist, sind die Probleme nicht gelöst.

Eine Veränderung der Marke muss auch im Inneren erfolgen. Ob die DEL daran gedacht hat, wird sich vielleicht in diesem Sommer zeigen – traditionell die Zeit, um mal wieder den Modus anzupassen. Bis dahin werden die Fans weiterhin die längst fälligen Reformen im Spielbetrieb wie die Wiedereinführung von Auf- und Abstieg fordern!

Letztenendes muss die DEL jetzt aber ihr Versprechen einlösen. Nur mit der wahren Leidenschaft für das Eishockey, können die richtigen Lösungen für die Liga und den Sport gefunden werden. Dann – und erst dann – funktioniert die neue Marke “Die eiskalte Leidenschaft”, weil sie die Akzeptanz der Fans und damit ihrer Kunden (wieder) gewinnt!

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