DEL-Eishockey-Social-Media

Einige von Euch werden diesen Artikel gerade in einem Social Network Eurer Wahl gefunden haben. Vielleicht habt Ihr bei Twitter @BApod_feed abonniert, um keinen neuen Beitrag hier zu verpassen. Oder Ihr folgt @BApod auf Twitter, um die neuesten Eishockey-Eilmeldungen von uns zu bekommen. Aber nicht nur wir versuchen über Twitter und Facebook Eure Aufmerksamkeit zu gewinnen. Auch die DEL-Klubs sind in den verschiedenen Netzwerken präsent und werben um Fans. Und sie machen dies auf die unterschiedlichste Art und Weise. Wie genau, das haben wir uns einmal genauer für Euch angesehen. Und wir können schon vorwegnehmen, dass die Augsburger Panther wirkliche Social-Media-Meister sind.

Wie bei den Hockeytweet-Tabellen Anfang des Jahres haben wir uns zunächst einmal die Follower-Zahlen angeschaut. Diesmal wurden aber zu den Twitter-Followern auch die Anzahl der Fans der jeweiligen Vereine auf Facebook hinzuaddiert. So kommt dann die folgende Tabelle zustande:

1. Eisbären Berlin

Erster sind die Eisbären Berlin, die die meisten Follower bei Twitter haben. Seit der letzten Hockeytweet-Tabelle im Januar hat @Eisbaeren_B einen ordentlichen Zuwachs (+ 707) bekommen und steht damit nun an der Spitze der Hockeytweet-Tabelle. Auf der “Official Eisbären Berlin Facebook Page” haben 5.035 Fans den Like-Button gedrückt. Hier verlinken die Hauptstädter zu aktuellen Artikeln rund um den Meister der letzten Jahre. Außerdem werden hier sämtliche Tweets noch einmal angezeigt, was in meinen Augen totaler Unfug ist.

Neben den vier Meistertiteln in der DEL listet der Klub stolz auch die Siege in der DDR-Oberliga auf. Wenn sie meinen, dass sie sich darauf noch etwas einbilden müssen… Meinetwegen!

Eine echte Interaktion mit den Fans findet weder bei Twitter noch auf Facebook statt. Die Fans können zwar auf der Fanseite ihre Kommentare hinterlassen, aber auf eine Reaktion seitens der Eisbären dürfen sie nicht wirklich hoffen. Bei Twitter herrscht geanuso Funkstille. Erwähenswert ist aber an dieser Stelle, dass der tausendste Follower immerhin zwei Freikarten für ein Heimspiel der Eisbären erhielt!

Hier haben die Berliner einmal sehr gut gezeigt, wie man Social Media im Sportbereich einsetzen kann. So schafft man eine hohe Involviertheit und erzeugt virale Effekte! Leider blieb es bei dieser bisher einmaligen Aktion.

2. Augsburger Panther

Die wahre Social-Media-Nummer-1

Auch wenn die Eisbären Berlin mehr Fans und Follower haben als das kleine Augsburg, so sind die Panther für mich die klare Nummer eins in Sachen DEL-Social-Media. Der sportliche Höhenflug in der letzten Saison spiegelt sich auch im Netz wider: Mit 524 Followern bei Twitter landen die @aevpanther auf dem dritten Platz der Hockeytweet-Tabelle (+ 143).

Noch viel größer ist die Fangemeinde aber bei Facebook, wo sich 5.492 Fans auf der Fanseite der Fuggerstädter eingetragen haben. Der absolute Spitzenwert unter den DEL-Vereinen!

Und die Fans bekommen dort einiges geboten: neben aktuellen Meldungen rund um die Panther gibt es hier Wallpaper, Artikel, Links, Videos und vieles mehr, was das AEV-Herz begehrt.

Wie gesagt: für mich haben die Panther den besten Auftritt im Social-Media-Bereich. Denn sie bieten auf allen Kanälen interessante Inhalte, die sich nicht (zu häufig) überschneiden, und sie kommunizieren mit ihren Fans, so wie es sein sollte. Auf Fragen erhält man hier auch Antworten. Sehr gut!

3. Kölner Haie

Geht man von der reinen Follower-Zahl aus, liegen die Kölner Haie tatsächlich auf Platz 3. Doch inhaltlich sind die Haie eher abgeschlagen: Gerade einmal 98 Tweets haben die @koelner_haie seit der ersten Meldung am 21. April 2009 in die Welt gesendet. Dafür gibt es für die 741 Follower jedoch ab und an ein paar Infos aus der Kölnarena 2, dem Trainingszentrum der Haie.

Mehr Neuigkeiten gibt es dafür auf der offiziellen Fanseite der Haie. Allerdings sind das in der Regel nur Links zur eigenen Webseite der Haie.

Eine Interaktion mit den Fans findet weder bei Twitter noch mit den 3.435 Fans auf Facebook statt. Schade, denn mit Hilfe dieser beiden Netzwerke können auf einfachste Art und Weise über 4.000 KEC-Sympathisanten angesprochen werden. Hier ist noch sehr viel Potential nach oben.

4. DEG Metro Stars

Zahlenmäßig ist der Abstand der DEG Metro Stars zum Erzrivalen aus Köln in diesem Social-Media-Vergleich für die Düsseldorfer sehr gering. Hätte die DEG noch einen eigenen Twitter-Account, wären die Landeshauptstädter mit Sicherheit an den Haien vorbeigezogen. So kann an dieser Stelle leider nur die Facebook-Fanseite in die Wertung genommen werden. Mit 4.003 Fans haben die Düsseldorfer die drittgrößte Fangemeinschaft der DEL auf Facebook, die mit Neuigkeiten aber wenig bis gar keine Interaktion gefüttert werden.

Trotzdem ziehen die Düsseldorfer an den Domstädtern vorbei. Denn inhaltlich wird den DEG-Fans mehr geboten als den Kölnern.

5. Adler Mannheim

Lange waren sie auf Twitter die Nummer 1. Doch inzwischen wurde @adlermannheim mit seine 892 Followern von den Eisbären überholt. Dabei wird der Nutzer über den aktuellen Twitter-Account mit Neuigkeiten rund um das Team versorgt. Eine echte Kommunikation mit den Fans findet aber nicht statt.

Die Facebook-Fanseite liegt mit 2.417 Fans an fünfter Stelle in der DEL. Ob diese Seite offiziell von den Adlern geführt wird, konnte ich nirgends erkennen. Da der letzte Eintrag aber vom 17. November 2009 stammt, es in den Beiträgen nur so von Rechtschreibfehlern wimmelt und die Posts teilweise in Fansprache (“Peinlicher Auftritt gegen die DEG”) geschrieben sind, kann man sicher sein, dass ein Fan hinter der Seite steckt.

Wie die DEG bei Twitter glänzt der DEL-Rekordmeister bei Facebook mit Abwesenheit und verschenkt dadurch eine günstige Möglichkeit mit den eigenen Fans in direkten Kontakt zu kommen.

Die weiteren Plätze

Mit in diese Wertung möchte ich noch die am letzten Sonntag “beerdigten” Frankfurt Lions nehmen. Durch ihren Kampf gegen das Aus haben die Lions versucht auch im Social Web Anhänger zu finden und haben es bis heute auf 3.077 Follower bei Twitter und Facebook geschafft. Gereicht hat dies zur Rettung nicht, denn kein Fan im Social Web bringt keinen Cent ein – zumindest nicht in der Off-Season.

Nach den Löwen kommt erst mal lange nichts. Fast um die Hälfte weniger Anhänger hat der DEL-Aufsteiger aus München. Der EHC kommt in der Summe bei Facebook und Twitter gerade mal auf 1.821 Fans und steht damit an der Spitze der zweiten Hälfte der DEL-Social-Media-Tabelle. Wie es nach dem Weggang von EHC-Pressesprecher Carsten Zehm mit @EHC_Muenchen weiter geht, wird sich zeigen müssen.

Ingolstadt, Hannover, Iserlohn und Kassel verzichten ganz auf offizielle Twitter-Accounts. Diesen Job übernehmen die Fans selbst oder die Medienpartner der Klubs (zum Beispiel die HNA in Kassel). Die Anhänger dieser Klubs ohne Twitter-Profil können sich aber bei Facebook treffen und sich dort ihrer Mannschaft anschließen.

Straubing versteckt sich

Straubing ist bis heute ohne eine eigene Präsenz bei einem der Netzwerke und verpasst dadurch die Möglichkeit zur direkten Fan-Ansprache. Aber die inoffiziellen Accounts der Tigers bei Twitter und Facebook erreichen immerhin 1.277 Follower und belegen so den zehnten Platz innerhalb der Liga. Auch hier wird einiges Kommunikationspotential verschenkt.

Ein komplettes Schattendasein fristet die Facebook-Fanseite der Hamburg Freezers. Kein einziger Eintrag ist dort zu finden. Trotzdem stehen 818 Fans zu ihrem Verein, aber viele wird man so nicht dazu gewinnen.

Schaut nach Augsburg, so geht’s!

Im letzten Jahr hat sich einiges getan im Bereich Social Media – und natürlich konnten auch die DEL-Vereine nicht an diesem Dauerbrenner vorbei.

Am besten haben die Augsburger Panther das Mitmach-Internet verstanden: sie bieten den Fans über die verschiedensten Kanäle einen wirklichen Mehrwert und kommunizieren mit ihren Anhänger. Sie machen das sogar so gut, dass sich die Panther bei mir persönlich in der Wahrnehmung deutlich nach vorne geschoben haben. So deutlich wie kein anderer der “kleinen” Klubs der Liga.

Vom ältesten Eishockey-Klubs Deutschland können sich die anderen DEL-Organisationen noch einiges abgucken.

Unterstütze Break-Away.de

Break-Away.de ist ein privates Projekt und finanziert sich aus regelmäßigen finanziellen Beiträgen seiner Leserinnen und Leser. Deswegen kannst Du uns an dieser Stelle über PayPal oder Flattr unterstützen. Vielen Dank!

Spenden mit PayPal

Spenden mit Flattr