Nun einigt euch endlich!

Diese Aufforderung gilt der DEL und dem DEB. Mitte August werde ich nach Berlin fahren, um mir dort unter anderem die beiden European-Trophy-Spiele der Eisbären Berlin gegen Red Bull Salzburg und HC Slovan Bratislava anzuschauen.

Bahnfahrt, Hostel, Tickets – alles schon gebucht. Zu Beginn dieser Woche erzählte ich meinem Bruder von meinen Plänen. Er machte mich jedoch darauf aufmerksam, dass die Spiele eventuell gar nicht stattfinden könnten. Grund: Die DEL und der DEB haben ihren ausgelaufenen Kooperationsvertrag noch nicht verlängert.

Anfang diesen Monats informierte der DEB die DEL-Clubs darüber, dass sie künftig keine Genehmigung für die Teilnahme an internationalen Spielen erteilt bekommen würden. DEB-Präsident Uwe Harnos stellte klar, dass diese Drohung auf ein Schreiben des IIHF zurückgeht. Der DEB habe diese Information lediglich an die beiden European-Trophy-Teilnehmer Eisbären Berlin und Adler Mannheim sowie an einen dritten DEL-Klub – vermutlich die Hamburg Freezers, die eine Testspielreise nach Schweden planen – weitergeleitet. Ein offizielles Schreiben des DEB an alle DEL-Klubs habe es jedoch laut Harnos nicht gegeben.

Ich selber habe mich in den letzten Wochen nur wenig bis gar nicht mit dem Profi-Eishockey beschäftigt – mit dem deutschen Eishockey erst recht nicht. Daher hatte ich gar keine Ahnung, dass ich in Berlin vielleicht kein Eishockey zu sehen bekommen könnte. Denn für die Eisbären und die Adler würde ein Ausschluss an internationalen Begegnungen bedeuten, dass sie nicht an der European Trophy teilnehmen können.

Auch die Hamburg Freezers und der EHC München, der beim Dolomitencup in Südtirol teilnehmen möchte, wären davon betroffen und müssten folglich ihr Vorbereitungsprogramm umstellen. Ob dieses Verbot auch für die Freundschaftsspiele von Mannheim und Hamburg gegen die NHL-Teams Buffalo und Los Angeles sowie für den Spengler Cup (EHC Wolfsburg) gilt, ist noch nicht klar.

Am vergangenen Mittwoch trafen sich in Frankfurt übrigens die Klubs der 2. Bundesliga zur Gesellschafterversammlung. DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke war ebenfalls eingeladen. Er präsentierte dort das DEL-Strukturpapier und erläuterte den Standpunkt der DEL. Doch die Zweitligaklubs lehnten das Angebot der DEL ab. Der Hauptkritikpunkt ist, dass die Relegation erstmals in drei Jahren ausgetragen werden soll.

Dass ich im August in Berlin die beiden Spiele sehen kann, dafür will Eisbären-Manager Peter John Lee sorgen. Auf sportal.de wird er zitiert: “Momentan sind die DEL-Klubs formal gar nicht Mitglied im DEB und deshalb brauchen wir auch keine Genehmigung vom Verband, internationale Spiele auszutragen.” Ihm ist das mögliche Verbot scheinbar vollkommen egal. Allerdings meinte Lee auch, dass den Eisbären-Gegnern Sanktionen vom IIHF drohen, wenn sie trotz des Verbots gegen die Eisbären antreten würden.

Dennoch bleibt der Manager positiv gestimmt und sieht die Teilnahme der Eisbären an der European Trophy nicht gefährdet: “Ich sehe die Verhandlungen zwischen DEB und DEL in Sachen eines neuen Kooperationsvertrages auf einem guten Weg.” Hoffentlich hat er Recht, denn ich will während meines Berlin-Aufenthalts auf jeden Fall die Eisbären sehen, ganz nach dem Motto: “Hey! Wir woll’n die Eisbären sehen! Ohohohohoh…”

 

Spielerwechsel

Ein Kommentar zu »Nun einigt euch endlich!«

  1. Abgesehen davon was ich persönlich von dem ganzen Streit und dem ständigen hickhack um das Thema halte, wirds langsam nach außen einfach lächerlich. Man verliert dadurch immer mehr an Glaubwürdigkeit – denn seid Jahren ist das Thema immer wieder ein Problem…

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